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CD REZENSIONEN / KONZERTKRITIKEN
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KONZERTKRITIKEN
metal-district.de
tito & tarantula, whiskeydust, sutcliffe - eichstätt, dasda (05.10.2010)
die position des openers war mit der fünfköpfigen formation sutcliffe aus dem nürnberger raum mehr als gut besetzt, denn so etwas bekommt man dann doch nicht alle tage geboten. etwas überrascht war ich zunächst schon, als nach dem zweiten song immer noch kein gesang zu hören war, aber hätte ich mich vorher mal informiert, dann hätte ich gewusst, dass die selbsternannten instrumental-cowboys bewusst auf jeglichen gesang verzichten und mit ihrem sound (achtung, zitat!) „komplexe und musikalische klanglandschaften“ schaffen und dem publikum einen „instrumentalen kopfkinosoundtrack“ bieten. so war es dann auch – eine abgefahrene und sehr interessante mischung aus bluesigen und countryesken passagen versetzt mit einer knarzigen portion 60s rock, die man sich gut in einem staubtrockenen tarantino- und/oder rodriguez-film vorstellen kann. als supportact für tito & tarantula passten sutcliffe fast schon wie die berühmte faust aufs auge....
- udo sommerfeld, veranstalter (westtorhalle, murnau)
instrumentaler wüstensound für alle freunde des guten geschmacks
ein großartiges konzert der weißenburger band sutcliffe erlebten die besucher der murnauer westtorhalle am samstag, den 08.05.2010.
mit ihrer mischung aus staubig-lässigem americana und cool jaulender sixties-gitarre trafen sie exakt in herz und hirn des publikums.
die wunderbaren melodien ihrer songs schleichen sich in unsere gehörgänge, machen es sich dort bequem und sind nur schwer wieder raus zu spülen, was aber auch niemand will. und das alles ohne gesang!
konzerte von sutcliffe sind akustische feiertage und auch die optisch fixierten besucher kommen auf ihre kosten. filmsequenzen älterer kultstreifen untermalen die musik. oder ist es doch umgekehrt? auf jeden fall kommen allerlei inne auf ihre kosten und in den beinen zuckt es auch noch!
alle veranstalter des guten geschmacks sollten sich sutcliffe auf gar keinen fall entgehen lassen! und fans des 1.fc nürnberg sind die fünf musikerInnen auch noch – ein weiterer großer lluspunkt!
für sutcliffe
von der westtorhalle/murnau
udo sommerfeld
mai 2010
-main echo 02/10
psychedelisch, frisch und spannend
die fünfköpfige nürnberger band sutcliffe bietet einen auftritt mit viel eigenständigkeit - gekonnt gesetzte effekte, skurrile animationen.
miltenberg
als wirklich originelle band hat sich am freitagabend die nürnberger gruppe sutcliffe im miltenberger beavers präsentiert. fernab aller stil- oder genrebegrenzungen zeigte sie äußerst interessantes, psychedelisch anmutendes songmaterial. dabei überzeugten die fünf musiker durch ihren unkonventionellen ansatz. nach einem stimmungsvollen titelstück, hangelte sich die band von einem erhabenen moment zum nächsten. filmmusik im besten sinne, und die einspielungen auf der projektionswand verstärkten dieses gefühl. Zu sehen waren teils skurrile, farbige animationen von Mustern oder aber filmschnipsel, deren sinn sich nicht immer direkt ablesen ließ.texte konnten da nicht viel helfen, denn sutcliffe waren ziemlich wortkarg, was gesang anging. freundliche ansagen gab es zwischen den stücken, aber bei den songs stand die musik an erster stelle.
ausladende klanggewebe
nicht auf schnelligkeit und technik kam es an, obgleich sutcliffe auf ihre art und weise sehr virtuos waren: da wurden gitarrentöne lange zelebriert, ausladende klanggewebe kreiert und alles fügte sich zu einem großen ganzen zusammen. dabei konnte auch mel an der orgel häufig lässig-locker mit nur einer Hand ihr instrument bedienen. insgesamt war die Spieltechnik an den instrumenten teilweise sehr eigen, oft minimalistisch - durch das zusammenspiel dennoch solch große nummern wachsen zu lassen beherrschte die band wie wohl nur wenige andere. die zutaten zum genremix waren immer sauber aufeinander abgestimmt. auch für die effekte bewiesen die musiker ein gutes gespür und schafften es trotz aller epischer breite durch geschickte stimmungswechsel spannung aufzubauen. die band wirkte ganz in sich versunken - was hätte sie auch tun sollen, leider waren nur wenig zuschauer da. es wurde wieder einmal deutlich: die coverbands kommen besser an als bands mit eigener musik. dennoch, das schmälert die leistung natürlich nicht: sutcliffe waren ganz große kunst.
-curt magazin 08/09 (brückenfestival nachbericht
..ebenso die weißenburg-nürnberg-formation sutcliffe, die mit ihrer mischung aus laszivem backbeat und herrlich entpannten gitarren- und akkordeonlicks die wetterbedingte Stimmung im publikum auf den punkt trafen. bassist joe b. good schaute dabei derart entspannt drein, dass man meinte, er würde zeitgleich zum konzert mit einem alten cadillac über die unendliche route 66 brettern. instrumentales kopfkino eben. und ganz zu recht mit tosendem applaus bedacht.
- rcn magazin 08/09 (brückenfestival nachbericht)
am zweiten tag überraschten sutcliffe. die fünf aus dem großraum nürnberg spielen kopfkinomusik à la calexico. nur mit weniger musikern und viel mehr durch die bis zu drei gitarren geprägt. bei ihren songs ohne gesang laufen sofort kinobilder beim zuhörer ab.
-prinz blog nürnberg 07/09 (link)
prima leben und stereo
es ist gewiss nie ganz einfach, ein festival zu eröffnen. viele leute sind noch nicht da oder noch nicht ganz bereit für die bands. so ein festival muss sich jeder einzelne schließlich für sich selbst erst erarbeiten. daran gemessen war der auftritt des nürnberger quintetts sutcliffe ein echter erfolg.
das soundtrackhafte ihrer gesangsbefreiten stücke passte hervorragend zu den ankommens- und begrüßungsszenarien auf dem gelände. der sound war klasse und die mal ins tarantinomäßige, mal ins indieartige changierenden songs funktionierten so gut an der vöttinger riviera, dass die veranstalter überlegen sollten, sutcliffe einen soundtrack zum festival einspielen zu lassen. “nächstes mal”, versprach bassist joe b. good augenzwinkernd “spielen wir um 19 uhr.” hoffentlich, meine herren, denn euer sound würde ebenso ideal in die abendsonne passen.
leider war das weitere programm des vorabends nicht annähernd so prickelnd. ich habe wirklich nichts gegen unsauberkeiten, schmutz und fahrlässigkeiten im bandklang, aber....
-fürther nachrichten 05/09 (link)
sound für augen und ohren
«kopfkino» hieß die mini-cd, die die band sutcliffe 2007 veröffentlichte. jetzt hat das quintett aus gunzenhausen seinen ersten kompletten silberling fertig, der sich schlicht und einfach sutcliffe nennt. und weil das debüt eine größere leinwand verdient hat, wurde die präsentation kurzerhand ins babylon-kino nach fürth verlegt. dort, wo sonst cineasten ihrer leidenschaft frönen, gab es diesmal großes kino für alle freunde der instrumentalmusik.
vor rund sieben jahren hat sich die band zusammengefunden, im übungsraum einfach mal rauflos gejammt» und am ende ihren sound gefunden. ein sound, der ganz ohne gesang auskommt. «nicht, dass wir nicht singen könnten. es hat sich eben einfach so ergeben», erklärt bassist joe b. good. nicht zum ersten mal spielt die band in einem kinosaal, der bis auf den letzten platz gefüllt ist. ein auftrittsort, der gut zur band passt, untermalt sie ihre instrumentalklänge doch mit zahlreichen filmausschnitten. die songs werden so zu einem gesamtkunstwerk mit dichter atmosphäre.
sutcliffe liefert mit seinen fein arrangierten liedern den perfekten soundtrack nicht nur für tarantinofilme. getragen vom unermüdlich antreibenden rhythmusduo albi (schlagzeug) und joe b. good wandelt die band zwischen americanasound und progrockanleihen, streut polka- und klezmerklänge ebenso ein wie tango und walzer. glasklare gitarren tänzeln auf dem rhythmusfundament, die pedal-steel-gitarre schluchzt, das von mel, der einzigen Frau in der band, gespielte akkordeon setzt phrasierte farbtupfer.
sutcliffe hat den groove. die band versprüht große coolness, die songs schwingen lässig aus den boxen. auch in den getragenen stücken ist eine typische leichtigkeit zu spüren, die die songs dahin-, aber nicht davonschweben lässt. twang- und surfgitarre sorgen für zusätzliche akzente, die orgel (mel) ist tief im sound der 60er jahre verwurzelt. calexico und yo la tengo lassen ebenso grüßen wie die leopold kraus wellenkapelle.
während steve mcqueen sich in «bullit» eine wilde verfolgungsjagd liefert, «flash gordon» die welt rettet oder johnny depp in «dead man» über die leinwand flimmert, packen sutcliffe die zuhörer mit ihren songs und lassen sie im kinosessel entspannt zurücklehnen. und der gesang? den vermisst man eigentlich nicht, obwohl er den voller dynamik steckenden liedern das eine oder andere mal ganz gut tun würde.
-fürther nachrichten 01/08 (link)
"die ersten takte markiger gitarrenmusik rollen über die bühne, der bass setzt ein, rhythmisches akkordeon und steel-guitar hinterher, treibende drums dürfen auch nicht fehlen, und schon ist man mittendrin im klapperschlängelnden süden amerikas, kaut gedankenverloren auf einem längst erloschenen zigarettenstummel und fixiert aus zusammengekniffenen augen die feine linie am horizont, die den himmel von der erde trennt. arizona und texas lassen grüßen, die staubige atmosphäre von lauwarmem tequila und flirrender hitze macht sich breit. bei draußen minus fünf grad, mitten in fürth. wie das geht? sutcliffe spielen in der kofferfabrik.
die vier jungs plus mädel an den tasten (akkordeon und keyboard), die sich nach einem ur-mitglied der in den 60ern noch weitgehend unbekannten rock-band «the beatles» benannt haben (die älteren werden sich an das quartett wohlwollend erinnern), strafen all diejenigen lügen, die damals schon vollmundig behauptet haben, gitarrensound wäre nicht mehr angesagt.
dabei ist er angesagter denn je, besonders, wenn er eine so großartige fortführung findet und klangtechnisch so satt rüberkommt wie bei sutcliffe. die feinnervigen instrumentalsongs, die sich größtenteils vom überzeugenden beat und der kraftvollen virtuosität der gitarristen nähren, bauen dabei vollkommen zu recht auf das atmosphärische potenzial, das in ihnen steckt. mit wunderbaren kleinen, exakt zusammengeschnittenen filmszenen, die im hintergrund untermalend abgespielt werden, machen die fünf zudem deutlich, warum ihre debüt-cd «kopfkino» heißt. denn genau das läuft ab, wenn man songs wie «shaft» oder «road trip» mit ausschnitten aus den «straßen von san francisco» koppelt, sich dazwischen ein szene-häppchen bei klassikern wie «fantomas», «raumschiff orion» oder «dead man» mit johnny depp holt und das ganze mit panorama-aufnahmen wie beispielsweise der golden gate bridge würzt.
einfach fallen lassen
die devise? einfach fallen lassen in das mitreißende gesamtkunstwerk und luftschnappend mitschwimmen, denn eintönigkeit sucht man vergebens. gibt es doch auch zwischendurch immer wieder langsamere, ruhigere Passagen, zudem anleihen bei folkloristischem (puszta und polka) und kleine hommagen an oben erwähnte Beat-Band aus längst vergessenen Zeiten. mit «dakota building» und «n.m.2.l.» (dem song, der in der großen nachbarstadt im osten zur zeit in sämtlichen sport-stadien zu hören ist), machen sutcliffe musik für hirn und herz, mit sogartiger wirkung und verdammt tanzbarem stil, auch wenn dies in der viel zu leeren kofferfabrik leider keiner gewagt hat.
«ich bin der meinung, genossen, mit der monotonie des yeah, yeah, yeah und wie das alles heißt, sollte man doch schluss machen!» darf walter ulbricht am 18. dezember 1965 auf dem 11. plenum der sed verkünden und wird knapp vierzig Jahre später lächelnd auf der Leinwand zitiert. walter, möchte man ihm zurufen, es ist geglückt, weit und breit kein fitzelchen monotonie.
-nürnberger nachrichten 10/06-
"...anschließend zeigte sutcliffe, dass es möglich ist, sich eine stunde auf die bühne zu stellen, kein wort zu singen und trotzdem das überwiegend junge publikum zu begeistern. mit zwei e-gitarren, bass, akkordeon und schlagzeug brachten sie ein absolut beeindruckendes klangkunstwerk auf die bühne."
-nürnberger nachrichten 11/07 endzeitfestival nachbericht-
...einen würdigen abschluss bietet die nürnberger instrumental-gruppe „sutcliffe“. die bereits vom br-2-magazin „zündfunk“ ausgezeichnete band überzeugt mit ihrem spielfreudig dargebotenen düsteren country-rock. ungewöhnlich instrumentiert, u.a. mit akkordeon, erzeugt ihr „kopfkino“, so der titel der debüt-cd, die atmosphäre schmutziger italowestern...


