presse / cd rezensionen / mom, where are the seahorses?


persona non grata no.77 (link)
es passiert immer wieder beim bearbeiten solch kleiner, kuscheliger gitarrenpop-beiträge (hier aus dem fränkischen), dass man sich als rezensent, ob der liebenswerten willensstärke seitens kleinstband und –label nicht allzu widerborstig gibt. da schwingt dann allzu oft ein brandendes band der sympathie mit, wenn sich junge musiker zu für ihre sinne beseelten songs in meist formschönster verpackung selbst überreden. dies alles trifft natürlich auch irgendwie und eventuell auf sutcliffe zu und doch muss man hier den rezeptorischen erhabenheitsstift gar nicht aus dem revers zaubern. die lustvolle melange aus americana-pulpkrimi, noisepop-shoegaze der 90ies-baureihe und remix-zerpflückung (u.a. mit bearbeitungen von wrongkong und the great bertholinis) auf dem mittlerweile zweiten album der band versprüht keinerlei erwartungsangstschweiß oder überaktionsfremdscham. hier sitzt alles auf dem genau richtigen hocker und dessen sitzpolster vergibt warmen charme, unenervierende frickellust und das händchen für den atmo-tellenden songentwurf, der dich an die pranke nimmt und dir sagt, dass alles auch noch viel schlimmer sein könnte mit dem, was wir landläufig leben nennen.


der digitale flaneur 07/2010 (link)
das auffällige krakenmotiv der 2010er platte (mom, where are the seahorses?) ist natürlich ein ganz fieser grobreiz und triggerimpuls für einen octopodenfreund wie mich, aber glücklicherweise hat man es hier nicht mit einer charmanten verpackung und fehlenden Inhalten zu tun, sondern mit der fotschreibung eines hochwertigen & nachhaltigen Stils, der eben schon ausgeführt wurde, nur mit zweimaligem Gesang versetzt und 3 mal durch den remixwolf gehäckselt.
summa summarum finden wir hier also 9 songs vor, davon sind 6 brandneu, dazu mit "imperator ming" im teleplay-remix & "d.sensualisation" im lászló bertholini-remix 2 elegant umgeschneiderten songs vom "sutcliffe"-album & eine sehr charmante indietronica-neubearbeitung von "the sing songs" im monsieur supertobi-remix vom erstling "kopfkino" von 2007.
und bei den neuen perlen sind zwei mit gesang geschmückt worden, als partner-in-style finden sich der münchner singer/songwriter phil vetter und die unglaubliche diana franz ein - die mir bisher kein begriff war/ist, aber deren empörend gute stimme sich langsam in mein unterbewusstes einschreibt, gleich werdet ihr auch erfahren weshalb!
fazit: sutcliffe bleiben auch 2010 ne phantastische band, die mich nicht nur mit dem krakenmotiv überzeugen konnte & die sicherlich bald auch international punkten können. Ihr könnt natürlich auch schon jetzt ein paar taler in die tourkasse der tintenfischfreunde spülen und hier (haptisch/digital) zugreifen. und nun, wie angekündigt "tired of your love" mit dieser grandiosen stimme von diana franz am mikrofon. moody!


disagreement.net 07/2010 (link)
only a short year after their self-titled debut, nuremberg quintet sutcliffe is already back with a second record. the four guys and one woman haven’t exactly been overly productive as mom, where are the aeahorses? contains only three new tracks. the remaining pieces are remixes by friends and two older songs which now come with added vocals, courtesy of diana franz on tired Of your love and phil vetter on the opener from blue To green which strengthens the parallels to giant sand.
the remixes all respect the spirit of the original versions, adding small touches here and there, but ultimately not ripping the songs out of their country flavoured moods. this might not be very adventurous, but is certainly preferable to a more unexpected approach that would make listening a rather heterogeneous experience.

the juxtaposition of unreleased material, remixes and vocal tracks work better than expected, and especially the two tracks featuring guest singers make you wish that they would more often break out of their instrumental corset.
sutcliffe are not the first band from nuremberg that has a strong love for americana, making you wonder if this german town has a spiritual connection to the wild west. If you like giant sand, calexico and other desert scented artists, then you might as well soon find yourself a fan of this quintet whose use of accordion and organ helps to further define their chosen sound. the longer pieces sometimes come with post rock parts, but that should only deter the more puritan souls. as a regular album, mom, where are the seahorses? would have been something of a letdown, but considering that this album is sold for the price of an ep, we should consider ourselves lucky to get forty varied minutes of proficient americana made in germany!


inmusic2000.de (link)

nach ihrem selbstbetitelten debüt legen sutcliffe gleich noch einen nach und gehen mit “mom, where are the seahorses?” in die vollen. dabei bleiben sie ihrem grundkonzept immer wieder “gastmusiker” ins studio einzuladen treu (diesmal ist es der münchner singer/songwriter phil vetter) und kombinieren das ganze mit einem kaum zu übertreffenden mut am experimentieren. eine musikalische achterbahnfahrt zwischen kaschemmenromantik, akustik-flair, garagenrock, synthie-elementen und tranciger ambientkost. so was nennt man kreative vielfalt.


ox-fanzine no.90 06/2010
was war noch bei dem letzten album von sutcliffe? ach ja, genau: 2009 erschienen, entspannter texmex-mix mit langstrecken-mukke. cool. der nachfolger legt noch ein bisschen zu. allerdings gehen sutcliffe ein wenig ruhiger an die scheibe heran. ausgeglichener, relaxter. professioneller. zwei stücke kennt man vom ersten album, diesmal mit text. klasse vocals. es ist also immer noch exzellenter indiepop, kaum noch texmex. entspannte, lang laufende gitarren, dominierend im vordergrund und melodiebetont. wie auf einer langen autofahrt mit einem countrymusik-sender im radio, einer weiten landschaft vor sich, vielen kilometern auf dem tacho und noch endlose stunden am steuer vor sich. und wenn man sich zu diesem szenario einen soundtrack im kopf denkt, dann könnte der von sutcliffe stammen. cooles zweites album, das ist nicht leicht hinzubekommen.

(9 von 10 punkten) thomas neumann


glitterhouse mailorder 05/2010 (link)
fränkische instrumental-americana, jetzt zum teil auch mit vocals! jedenfalls bei zwei songs (gesungen von phil vetter und diana franz), was sutcliffe noch mehr zu der deutschen version von calexico macht. und das meine ich als großes lob. auch hier treffen twang-gitarren auf mariachi-trompeten, beflügelt vom geist ennio morricones. oder auch mal vom tangoseligen vibe des gotan projects getragen, wenn ein melancholisch-trunkenes bandoneon (okay, wohl eher akkordeon) durch die wüste new mexicos streift. und noch etwas besonderes hat dieser zweite longplayer der franken zu bieten, nämlich drei interessante remixes von songs des ersten albums. während laszlo bertholini nur ein wenig den beat auffrischt, entsteht im teleplay-mix ein stoischer downtempo-groove mit bewusstseinserweiternder wirkung. supertobi verbindet dazu gekonnt einen fluffig-leichten maschinengroove mit verfremdeten instrumenten, was sich dann schon ein Stück vom original entfernt, aber dennoch bestens in diesen offenen klangkosmos passt. am besten gefallen mir hier dennoch die behaglich daddelnden instrumental-nummern wie „how It comes to an end“, mit hispanischer gitarre, glockenspiel und schönem slide, wie wenn friends of dean martinez auf deiner sonnendurchfluteten terrasse aufspielen würden. (joe whirlypop)


musikansich.de (link)
das zweite album der nürnberger band, die einen knochentrockenen aber wundervollen amerikana indierock anbietet, der mich atmosphärisch wie musikalisch an die ebenfalls amerikana beeinflussten Werke von den briten and also the trees mitte bis ende der neunzieger erinnert, war rein instrumental. bei dieser traumhaft schönen und weiten musik auch durchaus angebracht. nun erscheint mit mom, where are the seahorses ein quasi sequel zu dem album. denn es enthält einige neue sonngs, aber auch neue versionen des ersten albums, die wie zum beispiel der herrlich melancholische opener „from blue to green“ mit gastgesang versehen, was bei der sehr cowboyhaften stimme von herrn phil vetter sehr passend ist. „sonic twist“ ist ein prächtiges, weiträumiges und doch swingendes Instrumental, das zum träumerischen dahin reiten in offenen landschaften einlädt. die gitarrenarbeit ist fantastisch.Das remix von „imperator ming“ wird zu einem psychedelischen, elektronischen alptraum. eine schöne hammond oder wurlitzerorgel erzeugt gespenstische klänge, darunter liegt der stetig gleiche, programmierte bass und schklagzeugrhythmus, tief und dunkel, wie auch die darüber und darunter wabernde elektronik. Die gesampelten gesprächsfetzen tun ein übriges, um hier einen psychotischen, aber doch schwebenden (alptraum)soundtrack abzuliefern.
einen stechenden tango mit glasklaren und nach morricone manier gespielten gitarren, einer ebensolchen mundharmonika bietet „i left my love in tampere, cause I have to go to sophia“. natürlich stimmt auch das typische akkordeon ein, aber dank der allgemeinen instrumentierung bleibt es ein interessanter alternativesong und gleitet nicht in humpatango ab. auch auf dem wieder von gesang veredeltem „tired of your love“ kommt wieder südamerikanischer tango / bossanova rhythmus zum zuge. in diesem falle mit der instrumentierung und vor allem dem klang der gitarre und der trompete kann man eine gewisse nähe zu element of crime nicht verleugnen.
der remix von „d sensualisation“ kommt mit modernen beats sowie psychedelischen gitarren daher. in verbindung mit dem knackigen rhythmus kann man wunderbar hierzu abtanzen und den später einsetzenden kristallklaren gitarrensounds in die wüste folgen.
mit den abschließenden drei tracks „how it comes to an end pt. 1 & 2“ sowie das von diesen parts eingerahmte remix von „the sing song“ wird die platte mit dem instrumentalen Kopfkino, welches die Band erschafft, wundervoll beendet. der erste part von „how it comes to an end“ erinnert mit seinen slidegitarren durchaus ein wenig an die dire straits, lässt den hörer aber erneut zu wundervollen klängen träumen.

mit dem zwischenalbum mom, where are the seahorses liefern die nürnberger mehr qualität ab als viele bands mit hochgepuschten erfolgsalben. klasse album!


doppelpunkt magazin 05/2010 (link)

leider führt instrumentalmusik im gegensatz zu den 50er und 60er jahren heute nur noch ein schattendasein. völlig zu unrecht, denn man muss nicht auf texte achten, die’s oft gar nicht wert sind. die zweite scheibe von sutcliffe, „mom, where are the seahorses?", ist kopfkino pur, mit neuen stücken, remakes alter songs und erstmals auch drei gesungenen nummern. spannende und entspannende stücke zum schweben, wohlfühlen oder lauschen. der name des labels bringt’s auf den punkt: (beste! unterhaltung)


prinz stadtmagazin 05/2010 (link)
"das album ‘seahorses' wird ihr durchbruch," prophezeit mir musikredakteur alex am telefon. sutcliffe sind als band im besten reifestadium angekommen. dieses album ist ein musikalischer jahrmarkt, auf dem das quintett melancholische runden durch reduzierte countryeske balladen mit nick- cave-anklängen dreht und kurz darauf art-pop-experimente wagt. man kann ihnen trotz dieser brüche stundenlang zuhören, denn die rhythmische handschrift bleibt stets homogen. egal, ob mit gesang oder instrumental: seepferdchen waren schon immer cooler als freischwimmer.


 
 

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